Was macht guten Rum aus? Ein Meister seines Fachs verrät worauf es ankommt


Asbel Morales weiß wovon er spricht: Als einer der neun großen Meister der kubanischen Rumherstellung schuf er mit der Iconica Collection eine Reihe erstklassiger Sorten: Den Selección de Maestros, den Gran Reserva Añejo 15 Años sowie den Máximo Extra Añejo, von dem jährlich nur 1.000 Flaschen produziert werden. Bei der Vorstellung der Reihe erklärt der Rum-Meister, worauf es beim Genuss wirklich ankommt.

Guten Rum erkennen: Die verschiedenen Aromen im Geschmack erfassen
Wie beim Wein ist es auch beim Rum üblich, vor dem ersten Schluck das Glas an die Nase zu halten Aber welche Aromen sollte man wahrnehmen, wenn es sich um einen hochwertigen Rum handelt? Die Antwort: Viele. „Ein einfacher Rum verströmt oft nur eine einzige Note“, sagt Morales. „Zum Beispiel Mandeln, Kaffee, Vanille oder Orange – oder sogar gar keine. Bei einem hochwertigen Rum hingegen ist die Aromenpalette wesentlich vielschichtiger.“
Dass die Nasen von Hobbytrinkern nicht sonderlich ausgeprägt sind und sich meist mit der Feststellung „Riecht nach Alkohol“ zufrieden geben, ist dem Rum-Meister durchaus bewusst: „Anfänger neigen dazu, weiche und süße Rums als besonders gut zu empfinden, da sie sich leicht trinken lassen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch um einfache und nicht unbedingt hochwertige Sorten.“
Guten Rum erkennen: So machen es die Profis
Wie man also trotz eingeschränkten Riechfähigkeiten einen guten Tropfen erkennt? Da hilft ein Trick von den Profis. Die Aufgabe eines Rum-Meisters ist schließlich nicht nur die Herstellung verschiedener Sorten, sondern auch die Qualitätssicherung. Dafür greifen der Maestro und seine ausgebildeten Tester auf einen Trick zurück, der sich „La Copa Seca“ nennt – das trockene Glas. Zunächst wird Rum in ein Glas eingeschenkt und für einige Minuten ruhen gelassen. Danach wird das Glas geleert – natürlich auf die angenehmste Art und Weise: durch Trinken. Anschließend stellt man das Glas umgedreht auf den Tisch und wartet noch einmal, bevor man daran schnuppert.
„Während der Reifung entstehen im Rum Moleküle“, erklärt Morales. „Man sieht sie nicht, aber sie sind vorhanden. Wenn man seine Nase an das leere Glas hält, kann man sie riechen. Wenn man jedoch nichts wahrnimmt, handelt es sich nicht um echten kubanischen Rum.“ Mit diesem Test überprüfen Morales und seine Rum-Tester, die sogenannten Catadores, jede Sorte mehrfach. Besonders wichtig ist die Entwicklung der Duftnoten. „Nach einer halben Stunde muss sich das Aroma verändert haben“, sagt Morales. „Nach einer weiteren Stunde sollte man wiederum Neues riechen können. Würde man diesen Test mit Rums aus aller Welt machen, würden viele wohl nicht bestehen.“
Guter Rum: Auch im Cocktail Weltklasse
Wer der Meinung ist, dass man hochwertigen Rum nur pur trinkt, irrt sich. Zwar würde Asbel Morales zwei seiner drei Iconica-Sorten nicht mit Mischgetränken kombinieren, aber die Selección de Maestros eigne sich aber hervorragend für Cocktails. Auch wenn Morales die Rums der Iconica Collection für den puren Genuss geschaffen hat, wundert es ihn nicht, dass sie sich in Drinks genauso gut machen. Für ihn ist das ein klares Zeichen von Qualität: „Selbst in einem Cocktail mit vielen Zutaten behält ein hochwertiges Produkt seinen eigenen Geschmack und geht nicht unter.“

Und wenns mal wieder ein Drink zu viel war, kein Problem. Guter Rum sorgt nämlich für weniger Kopfschmerzen am nächsten Tag, sagt Morales. Für jeden Rumtrinker also ein guter Grund, auf hochwertige Produkte zu setzen. In den Worten des Rum-Meisters: „Trinkst du nachts kubanischen Rum, bleibt der Morgen trotzdem gut.“