Comedy-Star Mimi Fiedler ist unser neuer Coverstar

Credit: Jeff Olson
Credit: Jeff Olson

Vor sieben Jahren schlüpfte „Tatort“-Star Miranda Leonhardt für uns aus ihrem Kostüm – ein heißes Vorspiel auf den ganz großen Akt: Mimi Fiedler heißt sie heute und beweist auf SAT.1 ihr Talent in der Comedy „Rabenmütter“. Wir flogen mit ihr in die Camargue – wo sie sämtlichen Naturwundern die Show stahl

Von: Playboy Redaktion
19.09.16
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Wildpferde, Stiere, Flamingos: Die Camargue gehört zu den ursprünglichsten Landschaften Europas – und zu Mimi Fiedlers Lieblings-orten. Nach einem ganzen Tag voller Foto-Shootings in der Natur ist sie am Abend dennoch froh, wieder ein bisschen Hotel-Komfort zu genießen. Wir setzen uns auf die Terasse. Die Sonne tüncht den Himmel tiefrot. Filmreife Beleuchtung. Das passt. Ton ab!

Playboy 2016/11

Mimi Fiedler. Wiedersehen mit der „Tatort“-Schauspielerin: In der SAT.1-Comedy „Rabenmütter“ ist sie lustig. Bei uns so lustvoll wie nirgendwo sonst

Frau Fiedler, Sie waren 2009 zum ersten Mal im Playboy – damals noch als Miranda Leonhardt. War die Überflutung mit Playboy-Fanpost der Grund für Ihren Namenswechsel?

Nee, ich hatte keine Lust mehr auf meinen alten Namen und habe mich 2012 in Mimi Fiedler umbenannt. Mimi ist mein Spitzname. Ich finde, der passt auch besser zu mir.

Haben Sie eigentlich lange über ein zweites Shooting nachgedacht?

Keine Sekunde. Ich habe mich in den letzten sieben Jahren ziemlich verändert und bin erwachsen geworden. Diesen neuen Lebensmoment wollte ich noch mal dokumentieren, bevor sich mein Binde-gewebe völlig der Schwerkraft ergibt (lacht). Außerdem fühle ich mich in mir angekommen. Heute juckt es mich zum Beispiel auch nicht mehr, was andere von mir denken könnten. Weil ich mich mag. Ich bin okay mit mir.
 

Was Sie auch auf Ihren Bildern ausstrahlen.

Oh, danke schön. Vielleicht hat auch die Camargue dazu beigetragen. Ich liebe diese wilde Natur, die Atmosphäre, die Pferde, aber auch das 60er-Jahre-Flair des Hotels, in dem einige Aufnahmen entstanden sind. Die Provence war genau der richtige Ort für das Shooting.

Sie fotografieren ja auch selbst und sind neben der Schauspielerei Autorin, Sängerin und Comedian. Sind Sie schnell gelangweilt oder unterfordert?

Weder noch, ich glaube, ich bin einfach neugierig. Deswegen sehe ich mich auch nicht als das eine oder andere. Ich bin eine Künstlerin, die interpretiert. Veränderung und Wachstum sind mein Lebenselixier.

Sie sehen sich also nicht in erster Linie als Schauspielerin – obwohl Sie doch im „Tatort“ spielen, wo man Sie in der Rolle der stoischen Kriminaltechnikerin kennt. Wie müssen wir das verstehen?

Während meines Literaturstudiums hat mich eine Freundin zu einem Casting im Frankfurter Schauspielhaus für „The Black Rider“ von Tom Waits und William S. Burroughs mitgenommen, weil sie da nicht allein hinwollte. Und obwohl mir ziemlich schnell klar war, dass das nichts für mich ist, hat der Regisseur mir die Hauptrolle angeboten. Kurze Zeit später habe ich meinen ersten Film gedreht. „Solo für Klarinette“ mit Götz George. So bin ich zum Film gekommen. Da ich nie eine Schauspielausbildung abgeschlossen habe, habe ich lange gedacht, ich sage lieber 
„Ich arbeite beim Film“ als „Ich bin Schau-
spielerin“.

Ein Bücherwurm also, der sich unversehens als Filmstar entpuppte?

Schon als Teenager fand ich Bücher spannender als Jungs. Aber vielleicht lag es auch daran, dass die Jungs andere Mädchen spannender fanden als mich. Ich hatte Brackets und eine Außenzahnspange. Selbst wenn ich gewollt hätte, damit hätte ich niemals knutschen können. Eine tauchermaskenartige Brille, gepaart mit einem Haarschnitt, mit dem ich aussah, als hätte ich einen Helm auf, hat das Bild des merkwürdigen Gastarbeitermädchens abgerundet. Ich stand ganz lange ganz unten auf der Dating-Liste der Jungs.

Wann hat sich das geändert?

Mit 16. Ich bin nach Amerika gegangen in einem Highschool-Schüleraustausch. Ohne Zahnspange. Dort habe ich gemerkt, dass es auch anders geht. Jedenfalls kam ich mit der Team-Jacke des Wrestling-Captains der Highschool zurück.

Wrestling-Captain klingt stark. Muss ein Mann das heute noch für Sie sein, damit Sie sich in ihn verlieben?

Ich brauche definitiv einen Rudelführer. Das sind meine kroatischen Wurzeln. Als impulsive Frau brauche ich einen Mann, der mich führen, aber auch auf die Bremse treten kann, wenn ich zu viel Gas gebe. 
Eine Heulsuse hat bei mir keinen Platz.

Apropos Gas geben, Sie sind außerdem ein leidenschaftlicher Motorsport-Fan...

Mein Vater war Automechaniker, deswegen habe ich meine Kindheit in der Werkstattgrube verbracht. Ich mochte meine verschmierte Latzhose lieber als Kleidchen. Ich liebe den Geruch von Motoröl, und das Geräusch eines alten Motors ist Musik in meinen Ohren. Deswegen fahre ich heute sehr gern Rallyes, besonders gern die Klassik-Rennen.

Aber für das klassische Rollenbild von Mann und Frau haben Sie weniger übrig, oder?

Das ist für mich komplett überholt. Ich bin völlig selbstbestimmt und mache, was ich will. Immerhin komme ich aus einem erzkatholischen Land und bin zum zweiten Mal auf dem Playboy-Cover. Und das finden meine Landsleute bestimmt nicht alle gut. Aber ich stehe total auf Werte. Es gibt nichts Erotischeres als einen Mann, der treu ist.
 

In Ihrer neuen Comedy-Serie „Rabenmütter“ spielen Sie eine frustrierte Vorstadtmama. Welche Rolle liegt ihnen mehr im Blut, die Rabenmutter oder die Kriminaltechnikerin im „Tatort“?

Die der Rabenmutter. Ich spiele eine Mutter von drei Kindern, die sich eigentlich was anderes vom Leben erwartet hat. Das Konzept der Serie ist einfach superlustig, meine Kolleginnen sind es auch, und ich hoffe, dass ich noch mehr Gelegenheiten bekomme, meine Liebe zur Comedy zu zeigen.

Worüber können Sie selbst am herzlichsten lachen?

Über meinen Akademiker-Boyfriend und meinen kroatischen Vater. Wenn die beiden aufeinandertreffen, ist das besser als jede Komödie.

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